{"id":1119,"date":"2025-09-11T22:30:00","date_gmt":"2025-09-11T22:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/k2oben.de\/?p=1119"},"modified":"2025-11-06T08:04:34","modified_gmt":"2025-11-06T08:04:34","slug":"brittas-11-september","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/k2oben.de\/index.php\/2025\/09\/11\/brittas-11-september\/","title":{"rendered":"Brittas 11. September, der 68. Tag des Wanderabenteuers"},"content":{"rendered":"\r\n<p>Der Wecker klingelt um 6.45 Uhr. Es f\u00fchlt sich an wie Montag, denn gestern war Wanderpause. Es ist erst gerade so hell und zum Gl\u00fcck kein Regen. Schnell aus dem Bett und erst mich und dann Wanda fertig machen. Das meiste ist schon eingepackt, aber die Sachen, die nach dem Waschen noch trocknen mussten, und die Schlafsachen m\u00fcssen noch verstaut werden. Ach ja, und die Schn\u00fcrsenkel m\u00fcssen nach der Schuh-Rundumpflege auch wieder eingef\u00e4delt werden. Dann gem\u00fctlich fr\u00fchst\u00fccken, dabei der einen Unterkunft wieder absagen, denn Helge hat noch was Feieres gefunden. Anschlie\u00dfend Z\u00e4hne putzen und den allerletzten Kram einpacken. Auch vier von den gestern erworbene echten runden! Mozartkugeln. Die restlichen kommen mit zu Helges Jacke in das Paket, das nach Hause geschickt wird. Schweren Herzens lasse ich meine geliebte schwarze Regenjacke zur\u00fcck. Auschecken, verabschieden und los wandern. So fr\u00fch und im Schatten ist es erst noch ziemlich kalt aber nach einer Weile geht es, wir gehen die ganze Zeit bergauf am K\u00fcnstlerweg entlang und quatschen. Weg verpasst. Weg weg. Helge weg. Im Wald bei der Wegsuche verschwunden. Egal, weiter den Hauptweg lang, die Wege treffen sich ja irgendwann wieder. Eine Kapelle. Reingeschaut, Fotos und Anzeigen entdeckt und \u00fcber eine Todesanzeige gegr\u00fcbelt, was dem Paar wohl am selben Tag im Juni zugesto\u00dfen ist. An weiterer Kunst vorbei gekommen. Eine Kinderzeichnung. Maria, die Jesus im Arm h\u00e4lt. Das macht mich traurig. Da w\u00e4re ja eine Abk\u00fcrzung hinter der Kappelle gewesen! Es pfeift. Es pfeift noch mal. Ist das Helge? Ich rufe. Ja, er ist noch weiter unten. Jetzt kommt er meinen Weg hoch, und er nimmt die Abk\u00fcrzung. Wir gehen zusammen weiter. Ein enges Tal mit einem Bach. Das Wasser k\u00fchlt die Luft ab. Es ist noch k\u00fchler. Wir kommen an die Lareinalb. \u00dcberlegen, ob wir einkehren wollen. Der Radfahrer kommt dazu. Er sagt \u201eimmer\u201c. Er hat uns die Entscheidung abgenommen. Wir gehen rein, es ist ein uriger Wirtsraum und \u00fcberall Schaffelle auf den B\u00e4nken. Wir trinken hei\u00dfen Kakao mit Sahne. Weiter geht es mitten durch die St\u00e4lle. Wir warten durch sehr viel Kuhkacke. Da kommt auch schon eine des Wegs. Wir weichen in gro\u00dfem Bogen aus. Weiter am Fluss bergauf. Die Sonne erreicht uns. Es wir schnell warm. Wir ziehen uns aus. Dann kommt vor uns ein Gletscher in Sicht. Das ist ein neuer Anblick. Am Zollh\u00e4uschen eine Pause. Dann \u00fcber den Gletscherbach und weiter bergan. Ich bin pustig. Also sch\u00f6n langsam. Das geht. Was riecht hier so nach nassem Hund? Weiter &#8211; schnauf &#8211; rauf. Kurz vor dem Joch Mittagspause. Trotz Sonne ist es hier oben sehr kalt. Die neue Jacke wird eingeweiht. Herrliche Sicht auf den Gebirgskamm und den Gletscher. Wie kommen die verr\u00fcckten K\u00fche blo\u00df bis hierher? Sie chillen auf der kargen Wiese in 2000 Meter H\u00f6he. Weiter geht es. Auf der kargen Wiese entdecke ich meine Lieblings- knallblaue Enzianart. Ab jetzt nur noch Schotter und schroffe Berggipfel. Dann das Joch, die Grenze. Helge ist schon in der Schweiz, ich noch in \u00d6sterreich. Die Berge auf der anderen Seite sind ganz kahl, kein Wald. Es geht noch ein bisschen bergauf und wir haben bei 2689 Meter mal wieder einen neuen H\u00f6henrekord erreicht. Ab hier geht es \u00fcber kurze, flach bewachsene Kuh- und Murmeltierwiesen nur noch bergab. Die Heidelberger H\u00fctte, unser heutiges Ziel, haben wir schon im Blick. Vorsicht! Der Weg ist schlammig und rutschig und von zahlreichen Murmeltierl\u00f6chern umgeben. Ein paar Bewohner sehen wir \u00fcber die Wiese laufen, sie sto\u00dfen immer mal wieder schrille Warnlaute f\u00fcr ihre Artgenossen aus. Ich merke, wie wir von vielen Augenpaaren beobachtet werde aber die Murmeltiere sind wirklich sehr gut getarnt. Ein ganz dickes k\u00f6nnen wir gut beobachten. Es will sicher bald schlafen gehen. Dann liegen zwei K\u00fche direkt auf unserem Weg. Na gut, gehen wir eben wieder au\u00dfen rum vorbei. Die Kuhwiese endet direkt an der H\u00fctte und wir bringen uns hinter der Pforte in Sicherheit. Jetzt zuerst Wanderschuhe ausziehen, im Schuhraum aufh\u00e4ngen und dann zur Anmeldung. Wir m\u00fcssen unsere H\u00fcttenschlafs\u00e4cke auspacken und zur Bettmilbenvorbeugung kommen sie in die Mikrowelle. Wir bekommen Lager Nr 13 und suchen uns eins der vier Stockbetten aus. Alles f\u00fcr die Nacht bereit legen, duschen und dann kurz im ungeheizten Schlafparadies ausruhen bis zum Abendessen. Durchgefroren alle Fleecejacken anziehen bis mir vom Essen und in der geheizten Gaststube wieder warm ist. Von H\u00fcttenwirt erfahren, dass das schicke Val d\u2019Uina, durch das wir eigentlich \u00fcbermorgen gehen wollten, entgegen der Auskunft der Tourismusinfo, ab morgen nun doch wieder ge\u00f6ffnet ist. Planen wir nochmal alles um? Noch 1 Liter Teewasser bestellen und Atme dich frei- und Pfefferminztee trinken. Die Wandergruppe mit ihrem Bergf\u00fchrer ansprechen und \u00fcber den weiteren Wegverkauf plaudern. Entscheiden, welchen der beiden f\u00fcr morgigen geplanten Weg wir nehmen und beschlie\u00dfen, morgen bei Internetzugriff die schon gebuchten Unterk\u00fcnfte am Ausweichweg um das Val d\u2019Uina noch mal zu \u00fcberdenken. Aufs Zimmer gehen und noch kurz mit dem einzigen anderen nur unterhosenbewandeten Lagermitbewohner plaudern, \u00fcber die Weckzeit und die Fenster\u00f6ffnung einigen. Z\u00e4hne putzen und schnell, kurz vor H\u00fcttenruhe, um 22 Uhr ins Bett kriechen. Das Gespr\u00e4ch aus dem Nachbarzimmer belauschen. Ohrenst\u00f6psel rein und versuchen zu schlafen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" class=\"wp-image-1123\" src=\"https:\/\/k2oben.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/img_9172-768x1024.jpg\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/k2oben.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/img_9172-768x1024.jpg 768w, https:\/\/k2oben.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/img_9172-225x300.jpg 225w, https:\/\/k2oben.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/img_9172.jpg 793w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/>\r\n<figcaption class=\"wp-element-caption\">Brittas Lieblings-Enzian<\/figcaption>\r\n<\/figure>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wecker klingelt um 6.45 Uhr. Es f\u00fchlt sich an wie Montag, denn gestern war Wanderpause. 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